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Hofstetten-FlĂĽh
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Hofstetten-FlĂĽh (im Dialekt Hufstette-FlĂĽe ausgesprochen, bis 1985 offiziell Hofstetten (SO) genannt) ist eine politische Gemeinde im Bezirk Dorneck des Kantons Solothurn in der Schweiz.
Contents
• Bevölkerung
• Geographie
• Wappen
• Geschichte
• Wirtschaft
• Verkehr
• Bilder
• Redensart
• Literatur
• Weblinks
• Einzelnachweise
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Bevölkerung
Geographie
Die Gemeinde Hofstetten-Flüh besteht aus den beiden Ortsteilen Hofstetten auf 462 m ü. M. und Flüh auf 379 m ü. M. in einer solothurnischen Exklave im hinteren Leimental. Im Ortsteil Flüh beginnt die Passstrasse hinauf zum Challpass und weiter nach Röschenz, das bereits im Kanton Basel-Land gelegen ist.
Sie ist einwohnermässig die grösste Gemeinde des solothurnischen Leimentals. Seine Nachbargemeinden sind die solothurnischen Gemeinden Metzerlen-Mariastein, Bättwil und Witterswil, die basellandschaftlichen Ettingen und Blauen BL sowie das französische Leymen.
• Fläche: 752 ha, davon entfielen 2014 45 % auf Wald, 39 % auf Landwirtschaft, 15 % auf Siedlungen und weniger als 1 % auf unproduktives Land
Wappen
In Weiss zwei rote Pfähle; im roten Schildhaupt ein weisser sechsstrahliger Stern. Dies war das Familienwappen der Herren von Hofstetten
Geschichte
Um 400 vor Christus waren Kelten hier sesshaft. Sie gehörten zum Stamm der Rauriker und von ihnen fand man Überreste von Eisenverhüttungsanlagen, sogenannte Rennöfen. Auch den Römern schien es hier zu gefallen, bauten sie doch im 1. Jahrhundert einen Gutshof. Bei Bauarbeiten fand man Reste dieses Gutes und daneben spärlichen Reste eines kleinen Gebäudes sowie die Fundamente von Handwerkerhäusern und einen Teil der Umfassungsmauer. Die gallo-römische Bevölkerung hinterliess in Flüh in den Talmatten einen Friedhof mit mehreren Gräbern aus dem 7. Jahrhundert. Diese enthielten sehr schöne Grabbeigaben, darunter eine Gürtelschnalle, Fingerringe und Glasperlen.cite-ref-6[6]
Im Mittelalter war Hofstetten-Flüh zusammen mit sechs weiteren Dörfern am Blauen ein freies Reichslehen und unterstand damit direkt dem Kaiser. Vom 13. Jahrhundert bis gegen Ende des 14. Jahrhunderts lebten die Herren von Hofstetten in der Burg Sternenberg zwischen den beiden Dörfern. Ihr Wappen wurde zum Wappen der Gemeinde. Um 1450 wurde die Burg Sternenberg durch einen Brand zerstört und ist seither eine Ruine.
Ab 1408 waren die Dörfer den Herren von Rotberg unterstellt, welche ihre Stammburg unweit der westlichen Gemeindegrenze am Blauenhang hatten. 1515 verkauften die Rotberger ihre Herrschaft an die Stadt Solothurn. Daher erklärt sich die heutige Zugehörigkeit des hinteren Leimentals zum Kanton Solothurn. Die Burg Rotberg zerfiel im Laufe der Zeit zur Ruine und wurde wie viele andere Ruinen als willkommenes Lager an Bausteinen genutzt. 1934 wurde die Rotberg wieder aufgebaut und wird heute als Jugendherberge genutzt.
Die solothurnische Herrschaft brachte eine ruhige Zeit. Sie waren jetzt Leibeigene der Solothurner, die das Leimental durch den Vogt auf Schloss Dorneck in Dornach verwalten liessen. Aber eine Vielzahl von belastenden Steuern, die sozialen Unterschiede zwischen Vollbauern, Halbbauern und Taunern, sowie die Kontrolle alltäglicher Dinge machten das Leben nicht leicht. Daher zogen viele Hofstetter und Flüh-ner ins Ausland und in fremde Kriegsdienste, weil sie im eigenen Dorf kein Auskommen hatten.
Noch im 19. Jahrhundert war Hofstetten ein armes Bauerndorf und Flüh bestand hauptsächlich aus Handwerksbetrieben und aus Wirtschaften, die am Pilgerweg nach Mariastein recht gut besucht wurden. Als gegen Ende des Jahrhunderts die Basler Industrie expandierte, waren die Arbeitskräfte aus den Dörfern um die Stadt gefragt. Darum erbaute man 1888 eine Bahnstrecke nach Basel, die heute von der BLT betrieben wird und bis Rodersdorf führt, dadurch konnten die Hofstetter und Flühner in Basel Arbeit finden. Die Bahn brachte aber auch Ausflügler aufs Land.
Am Silvesterabend, 31. Dezember 2021, kurz nach 17.00 Uhr, brach in der katholischen Kirche St. Nikolaus des Ortes ein Feuer aus, das, obwohl es relativ schnell unter Kontrolle gebracht werden konnte, einen Millionenschaden verursachte. Die Brandursache konnte bisher nicht geklärt werden. Unmittelbar davor wurden durch Vandalen innerhalb der Kirche der Christbaum, die handgeschnitzten Krippenfiguren und weitere Gegenstände mutwillig beschädigt.cite-ref-7[7]cite-ref-8[8]cite-ref-9[9]
Wirtschaft
Die Gemeinde befindet sich im grossen Wirtschaftsraum Nordwestschweiz und kann von seiner Nähe zur Grossstadt Basel profitieren. Trotzdem ist Hofstetten-Flüh keine Schlafgemeinde. Sie bietet in vielen kleineren und mittleren Unternehmen (KMU) eine grosse Anzahl an Arbeitsplätzen und ist ebenso recht stark im Dienstleistungssektor.
Verkehr
Verkehrsmässig ist Flüh mit der Postautolinie 69 nach Mariastein beziehungsweise Metzerlen und der Station Flüh-Mariastein der in die Stadt Basel führenden BLT-Tramlinie 10 gut erschlossen. Das auf der Höhe gelegene Hofstetten kann mit der Buslinie 68 entweder von Flüh oder Ettingen direkt erreicht werden. Je nach Anschlusswartezeiten dauert die Fahrt von Hofstetten nach Basel zwischen 30 und 45 Minuten.
Bilder
SehenswĂĽrdigkeiten
Siehe auch
:
Liste der KulturgĂĽter in Hofstetten-FlĂĽh
• Pfarrkirche St. Nikolaus. Turm 1609. Kirche 1724/25, verlängert 1854–57, Renovation 1962/63 (Innenausstattung entfernt), neue Innenausstattung 1997, Brand 31.12.2021cite-ref-10[10].
• St. Johanneskapelle, das sogenannte Obere Chilchli. Bei Ausgrabungen konnten Spuren von römischen Gebäuden festgestellt werden, ferner ein Sakralbau aus dem 10. Jahrhundert. Die Kirche aus dem 12./13. Jahrhundert hatte bereits denselben Umfang wie das heutige Gebäude, wurde allerdings 1720/21 mit Ausnahme des Chors weitgehend neu gebaut. Dabei sind gotische Wandmalereien erhalten geblieben. Beim Kirchlein war ein Friedhof. Das Kirchlein ist zwar Johannes dem Täufer geweiht, diente aber wohl als Begräbniskirchecite-ref-11[11].
• Kehlengrabenschluchtcite-ref-12[12]
• Hofstetter Bergmatte
Redensart
Literatur
• Gottlieb Loertscher: Die Kunstdenkmäler des Kantons Solothurn, Band III: Die Bezirke Thal, Thierstein, Dorneck. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 38). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1957, DNB 750089342.
• Schriftenreihe zur Ortsgeschichte der Gemeinde Hofstetten-Flüh, 1983ff.
Weblinks
Commons
: Hofstetten-FlĂĽh
– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
• Offizielle Website der Gemeinde Hofstetten-Flüh
• Lukas Schenker: Hofstetten-Flüh. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
Einzelnachweise
cite-note-11. Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt für Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen wurden die Flächen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
cite-note-22. Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt für Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen wurden die Flächen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
cite-note-33. Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach Bezirken und Gemeinden, 1991–2024. In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik, abgerufen am 28. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst).
cite-note-44. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Staatsangehörigkeit (Kategorie), Geschlecht und Alter, 2010-2024. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst. Abruf am 28. August 2025
cite-note-55. ↑ Daten der Eidgenössischen Volkszählungen ab 1850 nach Gemeinden. (XLSX (Anhang); 10 MB) Bundesamt für Statistik, Neuchâtel, 12. Juli 2024, abgerufen am 21. Oktober 2024.
cite-note-66. ↑ Hanspeter Spycher, Die Johanneskapelle in Hofstetten. Archäologie des Kantons Solothurn Bd. 5, 1987 S. 7–31.
cite-note-77. ↑ https://www.bzbasel.ch/basel/baselland/hofstetten-flueh-vor-dem-brand-hausten-vandalen-tiefe-betroffenheit-nach-kirchenbrand-im-schwarzbubenland-ld.2233973
cite-note-88. ↑ https://www.srf.ch/news/schweiz/hoher-schaden-kirche-in-hofstetten-im-kanton-solothurn-brannte-lichterloh
cite-note-99. ↑ https://www.solothurnerzeitung.ch/solothurn/hofstetten-flueh-katholische-kirche-brennt-am-silvesterabend-ld.2233923
cite-note-1010. ↑ Mauritius Fürst, Hofstetten-Flüh 350 Jahre Klosterpfarrei. Schriftenreihe zur Ortsgeschichte der Gem. Hofstetten-Flüh. Nr. 4. 1986
cite-note-1111. ↑ Die St.-Johannes-Kapelle in Hofstetten. Hrsg. von der römisch-katholischen Kirchgemeinde Hofstetten-Flüh. 1983.
cite-note-1212. ↑ Johannes Brunner: Die erdgeschichtliche Entstehung des Chälegrabens und seine Erschliessung in unserer Zeit. In: Kulturkommission der Einwohnergem. Hofstetten-Flüh (Hrsg.): Schriftenreihe zur Ortsgeschichte der Gem. Hofstetten-Flüh. Nr. 10, 2000.
cite-note-1313. ↑ Mauritius Fürst, Hofstetten–Flüh 350 Jahre Klosterpfarrei. Schriftenreihe zur Ortsgeschichte der Gem. Hofstetten–Flüh Nr. 4. 1986 S. 17ff.
cite-note-1414. ↑ Elisabeth Pfluger, Vill Haag und weeni Garte. Solothurnereien oder Eigenheiten und Dorfneckereien von Ädermannsdorf bis Zullwil. 1990. S. 121.